Das Leben der Wildbiene

 

"Wildbienen" = "wilde Bienen"?

Mit Wildbienen sind nicht die wilden Vorfahren oder 'verwilderte' Völker der domestizierten Honigbiene gemeint, auch sind nicht 'wild gewordene' (Honig-)Bienen; vielmehr sind mit Wildbienen die ca. 570 allein in Deutschland vorkommenden Bienenarten gemeint, die sich von der einzigen Nutzbiene, der Honigbiene, unterscheiden. Im Gegensatz zur Honigbiene, sind Wildbienen harmlose Tiere,  die KEIN aggressives Verhalten aufweisen. Anders als Honigbienen leben die meisten Bienen einzeln und werden daher als "Einsiedler-" bzw. "Solitärbienen" bezeichnet.

Wo leben die Wildbienen?
In Deutschland leben rund 560 verschiedene Arten von Wildbienen! Die meisten von ihnen nisten im sandigen oder erdigem Boden. Ein weiterer Teil nistet in Hohlräumen aller Art. Dazu gehören hohle oder markhaltige Pflanzenstängel, Ritzen im Mauerwerk und Steinen, im Totholz oder Insektenfraßgängen. Ein kleiner Teil baut sich ein eigenes Nest aus anderen Materialien selbst zusammen. Noch eine Gruppe baut gar keine eigenen Nester. Sie nennen sich Kuckucksbienen und legen ihre Eier in die Nester anderer Wildbienenarten.

Alle Wildbienen zusammen besuchen Tag für Tag und Jahr für Jahr rund 88% aller Wildpflanzen und 70% der wichtigsten Nutzpflanzen und nehmen somit Einfluss auf 35% der Nahrungsmittelproduktion.


Wie leben die Wildbienen?
Die meisten Wildbienen leben solitär, dass heist alleine. Dazu gehören unter anderen die Mauerbienen, die Sandbienen und die Seidenbienen. Andere Wildbienen wie z.B. die Furchenbienen leben in einem Halbsozialen Verbund. Auch die Hummeln gehören zu den Wildbienen und leben in Eusozialen Staaten, also in einem organisierten Verbund aus Arbeiterinnen und Königin. Im Gegensatz hierzu stehen natürlich die Hocheusozialen Honigbienen, deren Zusammenleben ein hohes Maß an Komplexität aufweist.

gez.: Robin Gottlieb

 

Lebenszyklus
In der Regel leben die meisten Wildbienen nur wenige Monate. In der kurzen Zeit, meist vom Frühling bis zum spät Sommer, schlüpfen die Wildbienen aus ihrern Nestern. Die Männchen meist ein wenig früher als die Weibchen und warten dann auf sie. Schlüpfen die Weibchen beginnt die Paarungszeit der Wildbienen. Nach erflogreicher Paarung beginnen die Weibchen schnell mit der Suche nach geeigneten Nistplätzen. Ist dieser erstmal gefunden, fangen die Wildbienen an Pollen zu sammeln und in das Nest einzutragen. Ist genug Pollen gesammelt, legt das Weibchen ein Ei. Je nach Art werden so mehrer Pollenvorratskammern angelegt, die dann auf verschiedene Arten verschlossen werden. So ist die Brut vor Eindringlingen und der Witterung geschützt. Nun beginnt die aus dem Ei geschlüpfte Larve den Pollen aufzufressen. Oft schafft sie dies in wenigen Monaten. Noch bevor der Winter einbricht verpuppen sich viele Larven und bilden einen Kokon. In diesem sind sie geschützt und können die Verwandlung von Larve zur fertigen Wildbiene durchlaufen. Erst im nächsten Frühjahr schlüpft dann die neue Generation an Wildbienen und der Kreislauf beginnt von neuem.